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Behutsam Sanieren, Plaisir-Bohren oder klassisch Belassen

Die Sanierungs- und Erstbegehungscharta für Felsklettern von DAV und OeAV

Denkmal in Chamonix Denkmäler dokumentieren historische Ereignisse, erinnern an wichtige Persönlichkeiten, revolutionäre Entwicklungen und Erfindungen oder schützen überlieferungswerte Güter. Denkmäler sind somit Zeugnisse der Menschheit und sollen Vergangenes im Bewusstsein halten. Ausschlaggebend für eine Deklarierung zum Denkmal sind die Bedeutung und der Einfluss der zu gedenkenden Sache zu „Lebzeiten“ und posthum. Ihr Spektrum reicht vom Lokalkolorit bis zum länder- und gedankengutübergreifenden Kontext.

 

Hinter der Erinnerung steht die Absicht, Identität zu stiften, gegenwärtiges Handeln zu reflektieren und zukünftiges Tun der Gesellschaft positiv zu beeinflussen. Die Debatten darüber, was erinnerungswürdig ist und wie Ehrungen vollzogen werden, sind nicht selten hitzig und stehen manchmal mehr im Vordergrund als die ursprüngliche Absicht. Institutionen halten viele Kriterien, Gesetze und Schutzmaßnahmen vor, damit z.B. historisch wertvolle Gebäude nicht zerstört werden, aber auch, damit nicht jeder oder alles mit Statuen, Büsten und Schildern nostalgisch verklärt wird.

 
Grand Capucin Auch im Alpinismus steckt zweifellos viel Denkmalpotenzial. Man denke an all die alpinen Meilensteine, ehemalige „Heldentaten“, an die vielen klassischen Kletterrouten von alpinhistorischer Bedeutung, die von Preuß, Dülfer, von Barth und vielen anderen vollbracht worden sind. Selbstverständlich sind sie Teil einer Kletterkultur, die es – zu Recht! – zu bewahren gilt. Nicht nur museal, sondern auch in Natura. Doch brauchen wir für eine der schönsten Nebensachen der Welt eine ordnende Denkmallegislative? Vielleicht überfordert sich die Bergsteigerfamilie mit dem Ruf nach Denkmalrouten ein wenig. Niemand kann all die für Bergsteiger bedeutenden Routen unter Denkmalschutz stellen. Es gelingt ja schon nicht, sie einfach nur sauber zu halten.
 
Und so stellt sich die Frage, ob wir die Bewahrung bedeutender Kletterrouten nicht besser auf dem kleinen Dienstweg erledigen können als dies eine Denkmalbürokratie in großem Stil jemals könnte. Mit der breit abgestimmten Erstbegehungs- und Sanierungscharta für Felskletterrouten versuchen die alpinen Verbände einerseits der politischen Dimension von „Denkmalschutz für Kletterklassiker“ gerecht zu werden und andererseits praktische Handlungsempfehlungen zu geben. Das denkwürdige Antlitz von Kletterklassikern können auf dieser Basis am besten die lokalen Arbeitskreise in den Kletterregionen vor Ort bewahren.

 

 

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