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DAV Sicherheitsforschung


Die Aufgaben der DAV Sicherheitsforschung sind im DAV-Leitbild (2001) formuliert und bilden die Grundlage der Arbeit:

Der DAV leistet einen wichtigen Beitrag, um Bergunfälle zu vermeiden und das Bergsteigen und die alpinen Sportarten sicherer zu gestalten. Unfallgefahren ist durch frühzeitige Information und Ausbildung zu begegnen. Gezielte Analysen und Forschungen schaffen die Grundlagen dafür.
Die DAV Sicherheitsforschung beschäftigt sich demnach mit dem Unfallgeschehen beim Bergsteigen, insbesondere in evaluierender und präventiver Weise. Schwerpunkte sind Materialuntersuchungen, Verhaltensbeobachtungen bzw. –studien, die Mitarbeit in den Normengremien von DIN, CEN und UIAA und der Transfer von Verhaltensempfehlungen in die Ausbildungen des DAV sowie an die DAV Mitglieder. Eine Compliance-Erklärung sorgt für die Objektivität und Unabhängigkeit der Tests und Studien.
 
Lehrmeinung
Die Schnittstelle zwischen DAV Sicherheitsforschung und Ausbildung liegt in erster Linie beim Erarbeiten und Veröffentlichen von Verhaltensempfehlungen bzw. beim gemeinsamen Formulieren der sogenannten Lehrmeinung. Eine enge Zusammenarbeit mit den Lehrteams des DAV, aber auch mit den Ausbildungseinrichtungen des Verbands Deutscher Berg- und Skiführer (VDBS), des Österreichischen Alpenvereins (OeAV) und anderen Vereinigungen stellen die Erkenntnisse der Sicherheitsforschung auf eine breite Basis.

Normenarbeit

Biegebelastung von Klettersteigkarabinern
Die Normenarbeit umfasst die Prüfung von Bergsteiger- und Kletterausrüstung. Nach der Prüfung der Ausrüstung durch die DAV Sicherheitsforschung werden entsprechende Vorschläge in die nationalen und internationalen Normengremien (DIN, UIAA und CEN) eingebracht und die Umsetzung vorangetrieben. Obwohl viele sicherheitstechnisch relevante Bergausrüstungsgegenstände mittlerweile genormt sind, müssen bereits existierende Normen auf den Stand der Technik überprüft und gegebenenfalls Vorschläge zur Verbesserung erarbeitet werden.

Grundlagenforschung

Analyse eines Unfalls
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Untersuchung aller Belange beim Bergsteigen, die mit Sicherheit in engerem und weiterem Sinne in Zusammenhang stehen und über die es noch keine oder nicht ausreichende Untersuchungen gibt. Die Themenschwerpunkte ergeben sich zum Beispiel durch Analyse von Bergunfällen, relevante Fragestellungen von DAV-Mitgliedern, Mitarbeitern der DAV-Lehrteams oder Herstellern von Bergsportausrüstung.
 
 
 
 
 

Vom Sicherheitskreis zur Kommission Sicherheitsforschung

1968 wurde der Sicherheitskreis bei der Analyse eines "verwickelten" Bergunfalls gegründet. Als Leiter wurde Pit Schubert gewählt, und er übernahm die Aufgabe mit großem Einsatz bis zum Dezember 2000. Dem Sicherheitskreis ­ist es maßgeblich zu verdanken, dass Bergsteigerausrüstung heute von guter Qualität ist. Durch die Ausarbeitung von strengen Normen und deren Durchsetzung in den Gremien wurde die Praxistauglichkeit der Ausrüstung weiter verbessert.
 
 
Redundanz an einem Bohrhaken
Dank der herausragenden Arbeit im Sicherheitskreis und ihm folgend in der DAV Sicherheitsforschung sind immer weniger Unfälle auf Materialversagen zurückzuführen. Der Sicherheitskreis hat außerdem mit den Erkenntnissen seiner Forschung die Lehrmeinung im DAV stark beeinflusst. Nachfolger des Sicherheitskreises ist die ehrenamtliche DAV-Kommission Sicherheitsforschung, die das Ressort Breitenbergsport, Sportentwicklung und Sicherheitsforschung unterstützt.
 
Die Analysen der Unfälle unserer DAV-Mitglieder zeigen aber, dass mittlerweile dem Menschen als Unfallquelle mehr Beachtung geschenkt werden muss: Bei zirka 85% der Unfälle sind Fehlleistungen der Bergsteiger zu erkennen. Durch welche Umstände diese Fehlleistungen motiviert sind, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Die DAV Sicherheitsforschung forscht deshalb auch im Bezug auf dioe Verhaltensweisen von Bergsportlern in der Praxis. Wie in der Vergangenheit wird auch in Zukunft, die Lehrmeinung des DAV durch neue Erkenntnisse der DAV Sicherheitsforschung überprüft und falls nötig ­ in Absprache mit den DAV-Lehrteams - geändert.
 
Weitere Informationen über die Aufgaben und den Zweck finden Sie im Downloadbereich.
 

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