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Der Deutsche Alpenverein


Porträt

Porträt

Als am 9. Mai 1869 der Deutsche Alpenverein e.V. (DAV) als "bildungsbürgerlicher Bergsteigerverein" ins Leben gerufen wurde, ahnten die Gründerväter noch nichts vom langfristigen Erfolg ihrer Idee. Heute ist der Deutsche Alpenverein mit ca. 815.000 Mitgliedern der größte Bergsportverband der Welt und einer der großen Sport- und Naturschutzverbände Deutschlands.
 
Dabei ist er genauso vielfältig wie unsere moderne Gesellschaft, und alle Mitglieder finden im Verein Gleichgesinnte, mit denen sie ihre Interessen teilen können. 
 
Das wichtigste, das die Mitglieder schon immer mit ihrem Verein verbindet, ist die Freude an der Bewegung in der Natur, die Lust auf Berg- und Gipfelerlebnisse, die Vorfreude auf eine Einkehr in der Hütte - und der Wunsch, die einzigartige Natur der Berge zu erhalten und auch für kommende Generationen zu bewahren.
 
  DAV in Zahlen  [28 kb]
 
 

Leitbild

 

Vielfalt braucht auch Einheit. Deshalb hat der DAV in seinem 2001 verabschiedeten Leitbild die Grundlagen des Vereins verbindlich festgeschrieben. Dazu zählt neben der politischen und ideologischen Unabhängigkeit in erster Linie die große Fachkompetenz in allen Bereichen des Alpinismus. Damit ein Leitbild nicht nur Papier ist, sondern mit Leben gefüllt werden kann, muss es immer wieder aktualisiert, überarbeitet und angepasst werden; nur so kann es einem so lebendigen und vielfältigen Verein wie dem DAV gerecht werden.

 
 

Struktur

Der Deutsche Alpenverein besteht derzeit aus 353 rechtlich selbstständigen Sektionen, die gemeinsam den DAV-Hauptverein bilden. Eine Mitgliedschaft im DAV ist nur über eine der Sektionen möglich. Die Struktur des DAV ist in der Satzung sowie im 2001 verabschiedeten Strukturkonzept festgeschrieben.

 
 

Das oberste Organ des DAV ist die Hauptversammlung, die alljährlich stattfindet. Antragsberechtigt an die Hauptversammlung sind die Sektionen sowie der Verbandsrat. Stimmberechtigt in der Hauptversammlung sind die Sektionen. Das Stimmrecht richtet sich nach der jeweiligen Mitgliederzahl. Die Hauptversammlung berät und beschließt über die Anträge, über Grundsatzpapiere wie Satzung, Leitbild und Mehrjahresplanung, über die Finanzen des Verbandes und wählt die Mitglieder des Verbandsrates und des Präsidiums.
  Gremien Amtszeit  [13 kb]
 

Präsidium und Verbandsrat

Weitere Organe des DAV sind der Verbandsrat und das Präsidium.
Der Verbandsrat besteht aus 21 Mitgliedern: 11 Regionalvertreter/innen, 5 Bundesausschussvorsitzende und den 5 Mitgliedern des Präsidiums. Der Verbandsrat tagt dreimal jährlich. Zu seinen wichtigsten Aufgaben gehören die Vorbereitung der lang- und mittelfristigen Planung zum Beschluss durch die Hauptversammlung sowie der Beschluss der Jahresplanung, einschließlich des Stellenplans der Bundesgeschäftsstelle.
 
Das Präsidium besteht aus dem/der Präsident/in und vier weiteren Vizepräsidenten/innen, darunter der/die Vertreter/in der Jugend des DAV. Das Präsidium ist das eigentliche Führungsorgan; es versteht sich als Team, das gemeinsam Verantwortung trägt. Das Präsidium ist grundsätzlich für alle Aufgaben verantwortlich, die nicht ausdrücklich einem anderen Organ vorbehalten sind, insbesondere für die Umsetzung der Beschlüsse der Hauptversammlung und des Verbandsrates, der Aufstellung des Jahresabschlusses, der Vertretung des DAV nach außen sowie für die Grundzüge der Organisationsstruktur der Bundesgeschäftsstelle.
 
Präsident
Ludwig Wucherpfennig, Hildesheim
Vizepräsidenten
Nikolaus Adora, Hanau
 
Michael Knoll, Karlsruhe
(gleichzeitig Bundesjugendleiter)
 
Ulrich Kühnl, Neusäß 
Tamara Schlemmer, Ebermannstadt
 

Sektionentage und Landesverbände

Neben den traditionellen Sektionentagen/Sektionenverbänden, die vor allen Dingen für die Kommunikation zwischen Sektionen einer Region zuständig sind, existieren seit Mitte der 90iger Jahre des vorigen Jahrhunderts DAV-Landesverbände als eingetragene Vereine. Mittlerweile gibt es in fast allen Bundesländern derartige Landesverbände, die auch Mitglied im jeweiligen Landessportbund sind. Die DAV-Landesverbände übernehmen zunehmend Aufgaben in den Bereichen Sportklettern, Bergsport und Umwelt sowie in der Ausbildung.
 
Vertreter der Landesverbände
 
Übersicht der 11 Landesverbände im DAV
  Adr Landesverbände  [16 kb]

 

Bundesgeschäftsstelle

Die Bundesgeschäftsstelle ist zuständig für die Besorgung der laufenden Vereinsgeschäfte nach den Richtlinien und Weisungen des Präsidiums. Die konkreten Aufgaben der Bundesgeschäftsstelle ergeben sich aus der vom Verbandsrat verabschiedeten Jahresplanung. Die Bundesgeschäftsstelle hat ihren Sitz in München-Untermenzing. Derzeit arbeiten in der Bundesgeschäftsstelle 53 Mitarbeiter/innen (ohne Haus des Alpinismus und Jugendbildungsstätte).
 
Die Geschäftsleitung der DAV Bundesgeschäftsstelle besteht aus insgesamt sechs Personen:
Hauptgeschäftsführer                                                          Thomas Urban
Geschäftsbereichsleiter Finanzen und Zentrale Dienste
Stellvertretender Hauptgeschäftsführer                                 Winfried Kießling
Geschäftsbereichsleiter Bergsport                                         Wolfgang Wagner
Geschäftsbereichsleiter Hütten, Naturschutz, Raumordnung     Hanspeter Mair
Geschäftsbereichsleiterin Kultur                                            Friederike Kaiser
Geschäftsbereichsleiterin Medien und Kommunikation             Andrea Händel
 
  2009 OrganigrammBGS  [28 kb]
 
Ansprechpartner und Erreichbarkeit
 
DAV Bundesgeschäftsstelle
Von-Kahr-Str. 2-4
80997 München
Tel: 089/14003-0
Fax: 089/14003-23
 
Bürozeiten:
Montag - Freitag 9.00 - 12.00
Montag - Donnerstag 13.30 - 16.00
 

Satzungen

Der DAV hat als eingetragener Verein eine Satzung, die z. B. das Zusammenspiel von Hauptverein und Sektionen regelt. Darüber hinaus gibt es eine Mustersatzung für die Sektionen, die z. B. bei Neugründung als Basis für die Sektionssatzung verwendet werden muss.
 
  DAV-Satzung 2009  [76 kb]
  Mustersatzung 2008  [63 kb]
 

Ordnungen

Geschichte

1869 wurde mit Senns Ideen und seiner Mitwirkung von deutschen und österreichischen Bergsteigern in München der Deutsche Alpenverein gegründet. Nur vier Jahre später schloss er sich mit seinem österreichischen Schwesternverband zum Deutschen und Oesterreichischen Alpenverein zusammen. Die neue Satzung war durch die Handschrift Senns geprägt. Der Verein wurde föderalistisch ausgerichtet und in selbstständige Sektionen gegliedert, die sich rasch über die gesamte Monarchie und Deutschland ausbreiteten. Die Sektionen übernahmen Arbeitsgebiete und begannen mit der Erschließung der Alpen, häufig mit Unterstützung wohlhabender Mäzene.
Der Verein wurde von Beginn an ehrenamtlich geführt. Die Vereinskanzlei mit dem Sekretär und den Mitarbeitern wechselte ihren Standort damals periodisch. Der Großteil der Vereinsmittel floss in Veröffentlichungen, in die Forschung und in kulturelle Aktivitäten. 1872 erscheint die erste Alpenvereinskarte.

Naturschutz gewinnt an Bedeutung
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wandt man sich im Alpenverein neben den eigentlichen Vereinszielen zunehmend der Sorge um die Erhaltung des alpinen Urlandes zu. Dies führte 1927 zu einer Erweiterung der Satzung um den Arbeitsschwerpunkt " Erhaltung der Ursprünglichkeit und Schönheit des Hochgebirges".
Schon Jahre früher, nämlich 1918, waren dem Alpenverein 40 km² Grund im Gebiet des Großglockners-Pasterze vom Villacher Holzindustriellen Albert
Wirth mit dem Auftrag geschenkt worden, diese Flächen in einen Naturpark einzubringen. Weitere 280 km² in den Hohen Tauern konnten in den 30er-Jahren vom Staatsschatz erworben werden. Damit war der Grundstock für den Nationalpark Hohe Tauern gelegt.
 
Sich seiner Vergangenheit stellen – der Alpenverein  zwischen 1921 und 1951
Es war die Zeit ab 1921, in der das dunkelste Kapitel in der Geschichte des Alpenvereins begann. Bereits zu diesem Zeitpunkt, weit vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933, wurden jüdische Mitglieder des damaligen Deutschen und Österreichischen Alpenvereins (D.u.Ö.A.V.) geächtet und wegen ihrer Religion ausgeschlossen. In der Folgezeit entwickelte sich vor allem eine Sektion – die 1921 gegründete „Donauland“ – zu einem Auffangbecken für jüdische Bergsteiger, wobei ihr immer wieder massiver Widerstand aus den Reihen von antisemitisch geführten AV-Sektionen entgegenschlug.
 
1923 sollte die Sektion Donauland schließlich zum freiwilligen Austritt überredet werden, was misslang, weil sich die Sektion weigerte. Bei einer außerordentlichen Hauptversammlung im Deutschen Theater in München kam es dann 1924 nach einer emotionsgeladenen Debatte zum endgültigen Ausschluss der Sektion Donauland: 89 % der AV-Sektionen stimmten dafür.
Während der Zeit des Dritten Reichs kam es zur völligen Gleichschaltung und nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zu einer Trennung des D.u.Ö.A.V. in zwei voneinander unabhängige Vereine (DAV und OeAV) durch die Alliierten.
1951 folgte dann die offizielle Wiedergründung des DAV.
 
Der Alpenverein sieht es als seine Pflicht an, sich mit dieser unrühmlichen Epoche seiner Geschichte aktiv auseinander zu setzen. Er ist sich der Verantwortung bewusst, die sich aus den damaligen Ereignissen ergibt. Als sichtbare Zeichen dieser Verantwortung erinnern an den ehemaligen Hütten der Sektion Donauland sowie im Haus des Alpinismus auf der Praterinsel in München Gedenksteine an diese dunkle Zeit. Und in seiner 2001 veröffentlichten „Proklamation gegen Intoleranz und Hass“ (als PDF zum Herunterladen am Ende des Absatzes) bezieht der Deutsche Alpenverein Stellung gegen jegliche Form der Unterdrückung, Ausgrenzung und Benachteiligung – nicht nur im Kreise der Bergsportler.
 
 
 
Schwierige Nachkriegsjahre - der Alpenverein kämpft ums "Überleben"
Nach dem Zweiten Weltkrieg begann für den Deutschen Alpenverein ein vor allem zu Beginn schwieriger Weg. Das Alpine Museum und die Bibliothek des Deutschen Alpenvereins in München waren zerstört und mussten großteils wieder aufgebaut werden, viele Hütten in Österreich wurden von den Sektionen des OeAV treuhänderisch verwaltet.  Erst nach  Unterzeichnung des Staatsvertrages 1955 wurden sie wieder an die eigentlichen Besitzer, die Sektionen des Deutschen Alpenvereins zurückgegeben. (Rückübertragung beendet am 30.6.1956)
 
Bis heute arbeiten die befreundeten Vereine OeAV und DAV, sowie AVS (Alpenverein Südtirol) eng zusammen. Gemeinsame Projekte wie die Erstellung eines historischen Alpenarchivs zeugen noch heute von der langen, gemeinsamen Vergangenheit.

Downloads:

  Adr Landesverbände  [16 kb]

 

 

 
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